Naturnahe Lebensräume in Wien

Foto: Gerhard Karrer

Wer?

Universität für Bodenkultur Wien
www.boku.ac.at

Wo?

Gregor Mendel-Straße 33, 1180 Wien

Was?

Erhebung von Feldvogelbeständen und ihren Lebensräumen in Wien

Der allgemeine Trend der Feldvögel (Farmland Bird Index) für Österreich zeigt einen besorgniserregenden Rückgang in den letzten 10 Jahren. Ein Grund für den starken Rückgang der Feldvögel liegt in der fortschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft und dem vermehrten Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln. Neben den Veränderungen in der Landwirtschaft bedroht auch die fortschreitende Stadtentwicklung die Lebensräume der Vögel. Im Rahmen des Projektes sollen die Feldvögel in Wien erfasst werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf die speziellen Offenlandarten gelegt werden. Darüber hinaus sollen Nutzflächen und Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft im Jahresverlauf kartiert werden, um Aussagen über den Einfluss von Vegetationsstruktur und Kulturpflanzenarten auf die Häufigkeiten einzelner Arten machen zu können.

Wiesen-Restauration

Seit 1999 wurden verschiedene Bewirtschaftungsintensitäten- von ausbleibender bis zu jährlicher Mahd- auf die Pflanzendiversität unterschiedlicher Wiesentypen (trockene Magerwiesen bis Feuchtwiesen) im Lainzer Tiergarten untersucht. Das Ergebnis dieser Langzeitstudie zeigt eine deutliche Abnahme der Artenzahl einhergehend mit einer verringerten Bewirtschaftungsintensität. Bei ausbleibender wie auch zweijähriger Mahd verschwanden in 20 Jahren zahlreiche typische Arten dieser Wiesen. Die Nutzungsaufgabe solcher ertragsarmer, artenreicher Wiesentypen ist ein häufiges Phänomen in unserer intensiven Agrarkultur. Als immer seltener werdende Lebensräume nehmen jene Wiesentypen eine besondere Stellung im Naturschutz ein. Einerseits befinden sich seltene, teils vom Aussterben bedrohte Arten darin, andererseits verschwindet damit auch der spezifische Lebensraum für angepasste Tierarten. Nun wird untersucht, ob ehemals artenreiche Wiesentypen nach längerer Nutzungsaufgabe durch Gehölzentfernung und Wiedereinführung der Mahd in einen artenreichen Wiesentyp mit seinen charakteristischen Arten rückgeführt werden kann. Mit diesem Projekt wollen wir Referenzen anbieten, auf deren Basis man ungefähr abschätzen kann, wie sinnvoll/erfolgreich ein Restaurationsvorhaben in einem bestimmten Vegetationstyp nach einer bestimmten Vorgeschichte sein wird.

Gesamtinvestition

Projekt "Wiesen-Restauration": 114 842,04 EUR davon EU-Anteil 56 766,42 EUR

Projekt "Feldvogelbestände": 38.072,66 EUR davon EU-Anteil 18.819,32 EUR

Gefördert aus

Europäischer Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums